Eismaschine von Bing, um 1910

Diese Eismaschine für die Puppenküche ist eine funktionsfähige Verkleinerung der große Haushalts-Eismaschinen.

 

 

Woher das Speiseeis kommt? Die Geschichte des Eis.

Das Speiseeis kommt natürlich aus Italien: gelato!

Daran hielten sich sogar die Wiener, die ihre Bezeichnung für Eis, Gefrorenes nämlich,als wörtliche Übersetzung aus dem südlichen Nachbarland entlehnten.

Tatsächlich gelang es findigen Sizilianern um das Jahr 1530 in Catania Speiseeis herzustellen.
Glänzende Erfolge feierte ihre Erfindung 1533 in Florenz, als Dessert bei der Hochzeit des französichen Thronfolgers Heinrich II. mit Katharina von Medici.
Das Rezept avancierte zum Staatsgeheimnis.

Wir wissen aber, dass die Erfinder die nötige Kälte aus einer Mischung von Roheis und Salpeter bezogen.
Doch das ist nur ein Teil der Geschichte. Ein älterer erzählt, dass man in China schon 3000 vor unserer Zeitrechnung Eis aß; eine Sitte, die über Indien, Persien und Arabioen auch ihren Weg nach Europa fand.

Das sagen antike griechische und römische Schriften. Vermutlich handelte es sich aber dabei um natürliches Eis, das der Winter brachte, Schnee von den Bergen.
Der reiche Römer konnte auch im Sommer gekühlte Speisen genießen. Möglich wurde dies durch tiefe Eiskeller, in denen Eis aus dem Appenin im Winter eingelagert wurde und unter Strohlagen den ganzen Sommer über als "Kühlschrank" diente.
Insofern ist die sizilianische Erfindung schon etwas Originäres.

Was nun aber die Industrialisierung dieses Genußmittels anbelangt, so hatten die Amerikaner klar die Nase vorn, ohnehin wahre Weltmeister im Eiskonsum.

Bevor die maschinelle Kälteerzeugung eine stets verfügbare Quelle bot, setzten Kaffeehaus und Haushalt gleichermaßen auf Natureis und Salz als Kältemischung.

 

 

 

Und so funktioniert es auch in einer alten Spielzeug-Eismaschine:

Das einst populäre Kochbuch der Henriette Davidis erklärte der Hausfrau, wie`s geht:
Die noch nicht gefrorene Creme - je nach Rezept eine Mischung aus Milch und Rahm und Eiern, Früchten und Aromen - kam in eine fest verschließbare Büchse.
Diese dann in einen Eimer, unten und seitlich schichtweise mit fein gestoßenem Natureis und Salz umgeben, wobei Büchse und Kühlmischung mit dem Rand des Eimer abschlossen.
Das Salz steuerte das Erstarren der Crememasse: Je mehr man nimmt, desto schneller geht es.
Damit die Eiscreme dabei nicht fest gefriert, sondern geschmeidig wird, ist nach einer Viertelstunde im Eis-Salz-Bad Rühren mit dem Holzspatel notwendig.

 

 

Bequemer wurde es, als um 1900 Eismaschinen mit mechanischen Rührwerken aufkamen.
Sie hatten zudem den Vorteil, dass die Büchse verschlossen bleiben konnte. Bei elektrischen Varianten drehte ein Motor die Büchse. Doch stets diente als Kältemittel die Mischung aus Salz und Natureis, das mit einer Brechmaschine zerkleinert wurde.
Diese Methode war in Deutschland noch nach den zweiten Weltkrieg verbreitet.

Die Industrielle Produktion hatte dagegen in den USA der Milchhändler Jacob Fussell schon 1851 eingeläutet:
Um überschüssigen Rahm Gewinnbringend zu verwerten, gründete er in Pennsylvania eine Speiseeisfabrik.

Technisch hatte in Europa Carl Linde die Voraussetzungen zwar auch geschaffen, als er 1877 die erste Großanlage zur maschinellen Kälteerzeugung entwickelte.

Doch für die Produktion von Speiseeis spielte das zunächst kaum eine Rolle.
Dazu bedurfte es einer weiteren amerikanischen Erfindung: Eis am Stiel, das sich Harry Bust 1923 patentieren ließ.

Heute spucken kontinuierlich arbeitende Gefriermaschinen tausende Portionen je Stunde aus, vollautomatisch, inklusive eingeschlossenem Stiel und Schokoladenüberzug, wenn gewünscht.
Und während des Abkühlens der pasteurisierten, homogenisierten Zubereitung wird noch Luft in die Creme eingeschlagen, damit sich das Eis im Mund nicht unangenehm kalt anfühlt.

(Quelle: www.castello-eis.com)